Schnorcheln auf Mallorca – Die 8 besten Spots für Anfänger & Fortgeschrittene 2026
Mallorca hat mehr zu bieten als Ballermann und Strandliegen. Wer die Nordostküste und den Süden kennt – die wilden Calas, die zerklüfteten Felsküsten, die weiten Posidonia-Seegraswiesen – der weiß: Das hier ist eines der besseren Schnorchel-Reiseziele des westlichen Mittelmeers. Kein Vergleich mit der Karibik, klar. Aber 20 Meter Sichtweite im September, Barrakudas in Schulen, Oktopusse unter jedem zweiten Felsen – das kriegt man nicht überall in Europa.
Mallorca Schnorcheln – auf einen Blick
| Beste Reisezeit | Juni & September (ruhig, 22–25°C Wassertemperatur) |
| Sichtweite | 10–25 Meter je nach Spot und Jahreszeit |
| Top Spot (Anfänger) | Cala Mondragó – ruhige Bucht, Nationalparkschutz |
| Top Spot (Fortgeschrittene) | Cap Formentor – Felswände, Tiefe, Barrakuda-Schulen |
| Besonderheit | Posidonia oceanica (UNESCO-Weltnaturerbe) |
| Geheimtipp | Dragonera-Insel – kein Massentourismus, per Boot |
Warum Mallorca zum Schnorcheln?
Die Antwort hat zwei Teile. Erstens: Mallorca ist leicht erreichbar. Billigflieger ab allen deutschen Großstädten, Mietauto direkt am Flughafen, und du stehst in weniger als zwei Stunden an deiner ersten Bucht. Zweitens, und das wird oft unterschätzt: Der Osten und Südosten der Insel hat eine Küstenlinie, die sich für das Schnorcheln richtig eignet.
Felsige Buchten statt flacher Sandstrände. Posidonia oceanica – das Seegras, das die EU und die UNESCO schützen – wächst hier in dichten Wiesen bis in 30 Meter Tiefe. Dieses Ökosystem ernährt einen großen Teil des Mittelmeers. Für Schnorchler bedeutet das: überraschend viele Fische, viel Leben zwischen den Halmen, und eine Wasserqualität, die deutlich besser ist als an überbauten Küsten.
Was Mallorca von anderen Mittelmeerzielen unterscheidet: Der Naturpark Cala Mondragó und die Schutzgebiete rund um Sa Dragonera sind keine Papiertiger. Fischereiverbote werden kontrolliert. Wer dort schnorchelt, sieht mehr als anderswo.
Foto: Pexels / Free to use
Die 8 besten Schnorchelspots auf Mallorca
Die folgenden Spots sind nach Erreichbarkeit und Unterwasser-Qualität ausgewählt. Nicht nach Instagram-Optik. Einige sind bekannt und deshalb voll – dann musst du früh da sein. Andere sind wenig besucht und dafür der eigentliche Geheimtipp.
1. Cala Mondragó – Nationalparkschutz, ruhige Bucht
Der Naturpark Cala Mondragó liegt im Südosten, zwischen Santanyí und Porto Petro. Zwei Buchten direkt nebeneinander: S'Amarador im Norden, Cala Mondragó im Süden. Der Einstieg ist sandig, das Wasser flacht langsam ab – perfekt für Anfänger. Hinter der Sandzone beginnt eine felsige Zone mit Seegraswiesen. Dort tummeln sich Goldbrassen, Meeräschen und im Herbst größere Barsche. Parkplatz direkt am Strand, aber um 10 Uhr im Sommer schon voll. Anfahrt: Landstraße PM-4012 bis Ende, dann Schotterpiste.
2. Cala Varques – wilde Bucht mit Eintrittspflicht
Cala Varques gehört zu den schönsten unerschlossenen Buchten Mallorcas – deshalb wurde der Zugang 2023 geregelt. Heute kostet der Eintritt 5 Euro pro Person. Du parkst auf dem privaten Zugangsweg (ca. 1 km vor der Bucht) und läufst rund 200 m zu Fuß – flacher Weg, auch mit Kindern machbar. Das Wasser ist außergewöhnlich klar, der Untergrund wechselt von Sand zu Fels. An den Felswänden links und rechts der Bucht gibt es Höhlen, in die man kurz abtauchen kann. Für geübte Schnorchler sehr empfehlenswert. Lage: zwischen Manacor und Porto Cristo.
3. Cala Figuera – Fischerhafen mit Felsküste
Cala Figuera ist eigentlich ein Fischerhafen – und genau das macht den Spot interessant. Die engen Felsarme, die die Bucht begrenzen, sind zum Schnorcheln freigegeben. Unter den Booten und entlang der Felswände: Seeigel, Muränen in Spalten (selten, aber vorhanden), Goldbrassen. Das Wasser ist tiefer als in anderen Calas, die Strömung meist gering. Kein Sandstrand zum Einsteigen – Felsplatten mit Treppe. Für geübte Schwimmer. Parken im Dorf, kurzer Fußweg. Vorteil: In der Nebensaison kaum Touristen.
4. Cala Llombards – klein, ruhig, unterschätzt
Eine der kleinsten und ruhigsten Buchten im Südosten. Cala Llombards hat einen schmalen Sandstreifen, der in eine tiefere Felszone übergeht. Das Wasser bleibt erstaunlich klar, weil die Bucht gut geschützt ist und kaum Bootsverkehr reinkommt. Seesterne auf dem Sandgrund, Oktopusse an den Felsen. Parken im Dorf Llombards (ca. 10 Gehminuten) oder auf einem kleinen Schotterplatz direkt oben. Keine Infrastruktur – kein Kiosk, keine Liegenverleih. Das ist der Punkt.
5. Capdepera – Nordostküste mit Felsriffen
Die Gegend um Capdepera (Nordosten, Nähe Cala Ratjada) hat mehrere gute Schnorchelzonen: Cala Agulla, Cala Gat und die weniger bekannte Cala dels Ases. Besonders interessant ist Cala Gat – kleiner, ruhiger, mit direktem Felsriff ab dem Einstieg. Unter Wasser: dichte Seegraswiesen, Muschelbänke, gelegentlich Schollen auf dem Sandgrund. Capdepera selbst hat gute Infrastruktur (Restaurants, Supermarkt), was die Basis für mehrere Tage sinnvoll macht.
6. Cap Formentor – für Fortgeschrittene
Das nördlichste Kap Mallorcas ist kein Sandstrandurlaub. Hier treffen Felsabbrüche direkt auf tiefes Wasser – die Sichtweite beträgt im Herbst bis zu 25 Meter. In diesen Tiefen patrouillieren Barrakuda-Schulen (harmlos, aber beeindruckend), große Goldbrassen und gelegentlich Rote Schnapper. Strömung ist möglich, vor allem rund um das Kap selbst. Nur für sichere Schwimmer. Anfahrt: Die Straße zum Leuchtturm ist zwischen Juli und September für PKW gesperrt – Shuttle-Bus ab Port de Pollença (ca. 5 €).
7. Sa Dragonera – Naturschutzinsel vor Sant Elm
Sa Dragonera (auch: Dragonera-Insel) ist ein unbewohntes Naturschutzgebiet vor der Westküste, erreichbar per Boot ab Sant Elm (Überfahrt ca. 15–20 Minuten, Fähre fährt mehrmals täglich). Auf der Insel selbst gibt es zwei Schnorchelbereiche: Cala den Regau und die Nordspitze nahe dem Leuchtturm. Letztere hat das intensivste Meeresleben – große Fischschwärme, Eidechsen am Ufer, fast kein Mensch. Die Schutzzone ist strikt: kein Ankern, keine Entnahme von Tieren. Wer die Fähre früh nimmt, hat die Buchten fast für sich.
8. Cala Pi – Fjordartiger Einschnitt im Süden
Cala Pi im Südwesten sieht aus wie ein kleiner Fjord: enger, hoher Felseinschnitt, türkisblaues Wasser, keine Wellen. Das macht die Bucht nicht nur fotogen, sondern auch ruhig. Perfekt zum Schnorcheln bei etwas Wind, weil die Felsen einen natürlichen Windschutz bilden. Der Felsuntergrund reicht bis direkt an den Strand – Schuhe für den Einstieg empfohlen. Parken oben im Dorf Cala Pi, dann Treppe hinunter (ca. 150 Stufen, keine Barrierefreiheit).
Reisezeit & Wassertemperaturen – Monat für Monat
Mallorca ist von Mai bis Oktober schnorchelbar. Die idealen Monate sind Juni und September. Im Juli und August stimmt zwar die Temperatur, aber die Buchten sind so voll, dass das Erlebnis leidet. Oktober ist für Unerschrockene noch gut – das Wasser ist warm (21–23°C), die Spots fast leer, aber der Wind nimmt zu.
| Monat | Lufttemp. | Wassertemp. | Bewertung |
|---|---|---|---|
| Mai | 20–24°C | 18–20°C | ★★★☆☆ Frisch, aber möglich |
| Juni | 24–28°C | 21–23°C | ★★★★★ Ideal – warm & ruhig |
| Juli | 28–32°C | 24–26°C | ★★★☆☆ Warm, aber überfüllt |
| August | 29–33°C | 26–28°C | ★★★☆☆ Heißestes Wasser, Hochsaison |
| September | 25–28°C | 24–26°C | ★★★★★ Bester Monat! |
| Oktober | 20–24°C | 21–23°C | ★★★☆☆ Ruhig, aber windig |
Was du unter Wasser siehst
Das Mittelmeer ist kein Korallenriff. Wer mit karibischen Erwartungen ankommt, wird enttäuscht sein. Aber die Tierwelt der Posidonia-Seegraswiesen ist vielfältiger als ihr Ruf.
Posidonia oceanica – das UNESCO-Seegras
Posidonia oceanica ist keine gewöhnliche Pflanze. Sie wächst nur wenige Zentimeter pro Jahr und bildet Wiesen, die Tausende von Jahren alt werden können. Die Balearen-Küste hat einige der dichtesten Posidonia-Bestände des Mittelmeers. Was das für dich bedeutet: mehr Fische, klareres Wasser (das Seegras filtert aktiv), und eine Landschaft unter Wasser, die eine eigene Ästhetik hat. Anfassen oder darauf herumtreten ist verboten – Bußgelder bis 60.000 Euro sind möglich.
Typische Tiere an Mallorcas Küste
Was du an den meisten Spots findest: Meeräschen (groß, silbrig, in Schulen), Goldbrassen, Seeigel auf dem Felsuntergrund (Badeschuhe empfohlen!), Tintenfische (meist flüchten sie, manchmal bleiben sie), Seesterne auf Sandgrund. An ruhigeren Stellen und bei frühem Schnorcheln: Oktopusse unter Felsen (erkennbar an den Muschelresten vor dem Loch), Röhrenwürmer in bunten Kronen.
An Cap Formentor und Sa Dragonera kommen Barrakudas hinzu – Schulen von 20–50 Tieren, die neugierig aber ungefährlich sind. Delfine sind möglich, aber nicht planbar. Manche Bootsausflüge ab Port de Sóller fahren gezielt zu bekannten Delfin-Routen.
Ausrüstungsempfehlungen für Mallorca
Für das Mittelmeer brauchst du keine Taucherausrüstung, aber leihen lohnt sich selten. Billige Leihmasken dichten oft schlecht ab, das kostet dir die ersten 20 Minuten deines Schnorchelns. Eine eigene Maske, die du einmal eingeölt und getestet hast, macht den Unterschied.
Schnorchelset komplett
Für Mallorca-Urlauber die nicht regelmäßig schnorcheln, ist ein komplettes Set die unkomplizierteste Lösung. Das Cressi PALAU Schnorchelset enthält Maske, Trockenschnorchel und Flossen – alles aufeinander abgestimmt, Made in Italy. Die Maske sitzt dank weichem Silikon gut, der Alpha Ultra Dry Schnorchel hält Wasser zuverlässig draußen.
Reiseflossen für den Koffer
Lange Flossen passen nicht in den Handgepäck-Trolley. Die Cressi Agua Short Fins sind kurze Schnorchelflossen mit selbsteinstellendem Fußteil – sie passen über Badeschuhe und in fast jeden Koffer. Für die Calas Mallorcas mit ihrem eher ruhigen Wasser reicht diese Schubkraft vollständig.
Maske + Schnorchel-Kombi
Wer bereits Flossen hat, aber eine neue Maske mit Schnorchel sucht: Die Mares Aquazone Combo Vento ist eine gut abgedichtete Einglasmaske mit ergonomischem Schnorchel. Das breite Sichtfeld ist besonders für Brillenträger ohne Korrekturgläser ein Vorteil – mehr Panorama, weniger Tunnelgefühl.
Weiterführend: Unsere ausführlichen Schnorchelset-Tests mit Vergleich aller Preisklassen helfen dir, die richtige Kombination zu finden – inklusive Bewertungen für Mittelmeer-Einsatz.
Praktische Tipps für Schnorcheln auf Mallorca
Früh losfahren – das ist nicht optional
Im Juli und August sind beliebte Buchten wie Cala Mondragó oder Cala Varques um 10 Uhr schon voll. Parkplätze weg, Wasser voller Menschen. Wer um 8 Uhr da ist, hat eine andere Erfahrung. Das ist keine Übertreibung – es ist der größte praktische Unterschied, den du machen kannst.
Bootstouren für abgelegene Spots
Sa Dragonera ist ohne Boot nicht erreichbar. Aber auch für die Nordostküste und Formentor gibt es Bootstouren ab Porto Cristo, Cala Ratjada und Port de Pollença, die dich zu Spots bringen, die vom Land aus nicht zugänglich sind. Preise: 35–60 Euro pro Person für einen halben Tag, meistens inklusive Schnorchelausrüstung.
Sonnenschutz: Mineralisch, nicht chemisch
Chemische Sonnenschutzmittel (mit Oxybenzon oder Octinoxat) schädigen Posidonia und andere Meeresorganismen nachweislich. Mallorca hat hier keine gesetzliche Regelung wie Mexiko oder Hawaii, aber mehrere Buchten empfehlen aktiv mineralischen Sonnenschutz. Ein gutes UV-Shirt ersetzt außerdem den meisten Sonnenschutz am Rücken.
Was Locals wissen
Die lokale Schnorchler-Regel auf Mallorca: Wenn die Saison endet (September/Oktober), kommen die Fische zurück. Wer in der zweiten Septemberwoche nach Cala Figuera fährt, trifft auf eine Dichte an Goldbrassen und Meeräschen, die im August schlicht nicht da ist – die Tiere haben gelernt, dem Trubel auszuweichen. Das Wasser hat dann immer noch 24–25°C.
Häufige Fragen zum Schnorcheln auf Mallorca
Wann ist die beste Zeit zum Schnorcheln auf Mallorca?
Kostet die Cala Varques Eintritt?
Was sieht man beim Schnorcheln auf Mallorca unter Wasser?
Brauche ich für Mallorca einen Neoprenanzug?
Fazit: Lohnt sich Mallorca zum Schnorcheln?
Ja – aber mit realistischen Erwartungen. Mallorca ist kein tropisches Tauchparadies. Es ist ein gut erreichbares, überraschend reiches Schnorchel-Reiseziel mit echten Highlights: Sa Dragonera ist unberührt und beeindruckend. Cap Formentor liefert im Herbst Erlebnisse, die man nicht vergisst. Cala Varques und Cala Mondragó sind für Anfänger und Familien erste Wahl.
Das größte Problem auf Mallorca ist nicht das Wasser, sondern die Menschenmassen im Hochsommer. Wer das durch frühe Anfahrtszeiten oder eine Buchung außerhalb von Juli und August umgeht, erlebt eine Insel, die ihren Ruf als reines Party-Reiseziel längst nicht verdient.
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