Richtig atmen mit dem Schnorchel – Schritt-für-Schritt für Anfänger
Die richtige Atemtechnik ist das A und O beim Schnorcheln. Wer falsch atmet, wird schnell müde, bekommt Schwindel oder Panik – und verliert die Freude am Wasser. Mit ein paar einfachen Regeln lernst du innerhalb weniger Minuten, entspannt und sicher durch das Wasser zu gleiten.
Warum die Atemtechnik beim Schnorcheln so wichtig ist
Beim Schnorcheln atmest du durch ein Rohr, das aus dem Wasser ragt. Das klingt simpel – aber es gibt physikalische Besonderheiten, die du kennen solltest:
- Totraum im Schnorchel: Das Luftvolumen im Schnorchel enthält verbrauchte Atemluft. Beim Einatmen musst du kräftig genug ziehen, um frische Luft zu holen – nicht nur die alte Luft aus dem Rohr.
- Hyperventilation: Zu schnelles, hektisches Atmen senkt den CO₂-Gehalt im Blut. Das führt zu Schwindel, Kribbeln in den Fingern und einem Gefühl der Panik – obwohl du genug Sauerstoff hast.
- CO₂-Aufbau: Zu flaches Atmen führt zum Gegenteil: CO₂ sammelt sich an, du fühlst dich unwohl, benommen oder bekommst ein Druckgefühl in der Brust.
- Wasser im Schnorchel: Bei Wellengang oder beim Abtauchen kann Wasser eindringen. Es muss gezielt ausgepustet werden – mehr dazu in Wasser aus dem Schnorchel ausblasen.
Die gute Nachricht: Sobald du die richtige Technik verinnerlicht hast, atmet es sich vollkommen natürlich und entspannt. Viele Schnorchler berichten, dass das rhythmische Atemgeräusch sogar meditativ wirkt.
Schritt-für-Schritt: So atmest du richtig mit dem Schnorchel
Schritt 1: Ruhig und tief einatmen
Atme langsam und gleichmäßig durch den Mund ein. Der Atemzug sollte tiefer sein als beim normalen Atmen an Land, damit du genug frische Luft über das Schnorchelrohr holst. Stell dir vor, du atmest wie im Schlaf – ruhig, tief und ohne Hast.
Schritt 2: Vollständig ausatmen
Atme vollständig und kontrolliert aus. Das spült verbrauchte Luft und CO₂ aus dem Schnorchel. Viele Anfänger atmen zu flach – das ist der häufigste Fehler. Atme so weit aus, bis du eine kleine Pause spürst, bevor du wieder einatmest.
Schritt 3: Deinen Rhythmus finden
Finde deinen eigenen ruhigen Atemrhythmus. Eine gute Faustregel: Ein vollständiger Atemzyklus (ein- und ausatmen) sollte etwa 3–4 Sekunden dauern. Wenn du entspannt bist und die Unterwasserwelt beobachtest, reguliert sich die Atmung fast von selbst.
Schritt 4: Das Atemgeräusch akzeptieren
Das Schnorchelrohr leitet dein Atemgeräusch direkt ans Ohr. Es klingt lauter als gewohnt. Das erschreckt viele Anfänger – ist aber völlig normal. Nach wenigen Minuten gewöhnt man sich daran und nimmt es kaum noch wahr. Lass das Geräusch zum Rhythmus werden.
Schritt 5: Bei Wasser sofort ausblasen
Wenn Wasser in den Schnorchel gelangt, atmest du kurz, kräftig und explosiv aus – wie beim Ausblasenlassen einer Kerze. Das Wasser wird durch den Druckstoß rausgepresst. Danach vorsichtig und kontrolliert einatmen. Diese Technik übt man am besten gezielt im Flachwasser, bis sie automatisch klappt.
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Die häufigsten Atemfehler beim Schnorcheln
Fehler 1: Zu schnell und hektisch atmen
Anfänger tendieren dazu, aufgeregt zu schnell zu atmen. Die Folge: Hyperventilation – Schwindel, Kribbeln in den Händen, Panikgefühl. Was tun? Sofort den Kopf aus dem Wasser heben, normal atmen und warten, bis man sich vollständig beruhigt hat. Dann langsam wieder ins Wasser.
Fehler 2: Zu flach atmen
Zu wenig Volumen pro Atemzug lässt den CO₂-Gehalt im Blut steigen. Das macht sich als Benommenheit, unangenehmes Druckgefühl in der Brust oder Atemlosigkeit bemerkbar. Lösung: Bewusst tiefer und vollständiger atmen – auch wenn es sich zunächst übertrieben anfühlt.
Fehler 3: Mund nicht dicht um das Mundstück
Wenn der Mund nicht dicht um das Mundstück geschlossen ist, tritt Wasser ein. Die Lippen müssen das Mundstück fest, aber entspannt umschließen – nicht beißen, nur sanft sichern.
Fehler 4: Beim Abtauchen weiteratmen versuchen
Wenn du kurz abtauchst und dabei versuchst weiterzuatmen, bekommst du sofort Wasser in den Schnorchel. Die Regel: Einmal tief einatmen, dann abtauchen und Luft anhalten. Beim Auftauchen: Ausblastechnik anwenden.
Fehler 5: Vor dem Abtauchen hyperventilieren
Manche Schnorchler atmen schnell hintereinander ein und aus, um „mehr Luft für das Abtauchen zu tanken". Das senkt den CO₂-Gehalt so weit, dass der Atemreiz verschwinden kann – und du unter Wasser ohne Vorwarnung ohnmächtig wirst. Dieser sogenannte Shallow Water Blackout ist gefährlich. Niemals hyperventilieren vor dem Freitauchen!
Übungen im Flachwasser
Bevor du ins offene Meer gehst, lohnen sich kurze Übungseinheiten im Flachwasser oder Pool:
- Atemübung an Land: Halte den Schnorchel (ohne Maske) vor den Mund und atme eine Minute lang ruhig und gleichmäßig. So gewöhnst du dich an das Atemgefühl und das Geräusch.
- Kopf-ins-Wasser-Übung: Stehe hüfttief im Wasser, tauche den Kopf unter und atme 2–3 Minuten lang ruhig durch den Schnorchel. Hebe den Kopf, wenn du dich unwohl fühlst. Wiederhole, bis es sich natürlich anfühlt.
- Ausblastechnik üben: Tauche den Schnorchel kurz unter Wasser, fülle ihn bewusst mit Wasser und übe das explosive Ausblasen. 10–15 Mal hintereinander, bis es automatisch geht.
- Entspannungsübung: Lege dich flach auf die Wasseroberfläche und atme 5 Minuten lang ruhig. Konzentriere dich nur auf deinen Atem. Das baut Anspannung ab und trainiert das Vertrauen in die Ausrüstung.
Schnorcheltypen und ihr Einfluss auf die Atmung
Klassischer Schnorchel
Kein Ventil, kein Spritzschutz. Du musst das Wasser vollständig per Ausblastechnik entfernen. Mehr Aufwand, aber gute Übung für die Atemmuskulatur und ideal für erfahrene Schnorchler.
Ventilschnorchel (mit Ausblasventil)
Am unteren Ende sitzt ein Ventil. Beim Ausatmen öffnet es sich und lässt Wasser heraus. Du musst weniger Druck aufbauen – ideal für Anfänger. Das Ventil entfernt nicht automatisch alles Wasser, aber es erleichtert das Ausblasen erheblich.
Trockenschnorchel (Dry-Top)
Ein Mechanismus oben am Schnorchel schließt sich bei Wellengang oder beim Abtauchen automatisch. Deutlich weniger Wasser dringt ein. Das macht das Ausblasen selten nötig. Kleiner Nachteil: Das Ventil erzeugt leichten Atemwiderstand – für Anfänger kaum spürbar, für erfahrene Schnorchler manchmal etwas störend.
Atemtechnik beim Freitauchen
Wenn du kurz abtauchen möchtest, um Fische oder Korallen aus der Nähe zu betrachten, gilt eine einfache Regel:
- Einmal tief und ruhig einatmen (kein Hyperventilieren!)
- Kopf nach unten tauchen, Beine senkrecht hochstrecken – das schiebt dich nach unten
- Luft anhalten und ruhig beobachten
- Beim ersten CO₂-Reiz (leichtes Druckgefühl im Brustkorb): auftauchen
- Beim Auftauchen: langsam ausatmen (Displacement-Technik, das bläst gleichzeitig den Schnorchel frei)
Als Anfänger reichen 5–10 Sekunden unter Wasser vollkommen aus. Du musst kein Freitaucher werden, um Korallen aus der Nähe zu sehen – die meisten schönen Fische und Riffe sind bereits in 1–3 Metern Tiefe zu finden.
Häufige Fragen – Richtig atmen mit dem Schnorchel
Wie atmet man richtig mit dem Schnorchel?
Warum wird mir beim Schnorcheln schwindelig?
Was tun, wenn Wasser in den Schnorchel kommt?
Wie lange kann ich mit dem Schnorchel abtauchen?
Warum klingt die Atmung durch den Schnorchel so laut?
Fazit: Entspannung ist der Schlüssel
Die richtige Atemtechnik beim Schnorcheln ist keine Raketenwissenschaft. Der wichtigste Grundsatz: langsam, tief und ruhig atmen. Kein Stress, kein Hektik – dann reguliert sich alles von selbst.
Übe die Grundtechniken im Flachwasser, bis sie automatisch klappen: ruhiges Atmen, Ausblastechnik und das Gefühl für deinen Atemrhythmus. Nach einer kurzen Übungseinheit wirst du merken, wie entspannt und befreiend das Schnorcheln sein kann.
Weiter lesen: Wasser aus dem Schnorchel ausblasen und Angst und Panik beim Schnorcheln überwinden.
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