Schnorcheln mit Kontaktlinsen – Ist das wirklich sicher?
Viele Brillenträger fragen sich: Kann ich einfach meine Kontaktlinsen anbehalten und schnorcheln gehen? Die kurze Antwort: Es geht – aber mit Risiken. Wir erklären dir, was beim Schnorcheln mit Kontaktlinsen passieren kann, wann es ausnahmsweise vertretbar ist und welche komfortableren Alternativen es gibt.
Warum Kontaktlinsen im Wasser problematisch sind
Kontaktlinsen und Wasser – das ist grundsätzlich keine gute Kombination. Das gilt für das Schwimmbad genauso wie für das Meer. Beim Schnorcheln kommen noch spezifische Faktoren hinzu, die das Risiko erhöhen:
Keime und Mikroorganismen: Meerwasser wimmelt von Mikroorganismen – darunter auch gefährliche Erreger wie Acanthamoeba. Diese einzelligen Parasiten können sich unter der Kontaktlinse einnisten und eine schwere Hornhautentzündung (Acanthamoeba-Keratitis) verursachen. Im schlimmsten Fall drohen bleibende Sehschäden.
Linsen können herausgespült werden: Dringt Wasser in die Maske ein – was selbst bei guter Passform gelegentlich vorkommt – können die Linsen weggespült werden. Du stehst dann ohne Sehkorrektur im offenen Meer: keine angenehme Situation.
Austrocknung und Verformung: Salzwasser hat eine andere Osmolarität als deine Tränenflüssigkeit. Das kann dazu führen, dass weiche Linsen quellen, schrumpfen oder sich verformen. Das Ergebnis: verschwommene Sicht, Druckgefühl und gereizte Augen.
Schadstoffe im Wasser: Chlor in Schwimmbädern, Salzgehalt und chemische Rückstände im Meerwasser greifen das Linsenmaterial an und können Reizungen verursachen.
Pexels
Wann ist Schnorcheln mit Kontaktlinsen ausnahmsweise vertretbar?
Wenn du keine Alternative hast und trotzdem schnorcheln möchtest, gibt es Maßnahmen, die das Risiko zumindest reduzieren:
1. Nur mit absolut dicht sitzender Maske
Das Wichtigste: Deine Schnorchelmaske muss perfekt abdichten. Eine gut sitzende Maske minimiert den Wasserkontakt mit den Augen erheblich. Teste die Passform vor dem Kauf sorgfältig – die Maske sollte ohne Kopfband allein durch den Unterdruck beim Einatmen durch die Nase am Gesicht haften.
2. Einweglinsen verwenden und danach wegwerfen
Wenn du Kontaktlinsen ins Wasser trägst, solltest du ausschließlich Tageslinsen (Einweglinsen) verwenden. Entferne und entsorge sie unmittelbar nach dem Schnorcheln – noch am Strand. Verwende die Linsen danach nicht mehr. Monatliche oder wöchentliche Linsen ins Meerwasser zu nehmen ist ein noch größeres Risiko, da Keime sich in das Material einarbeiten können.
3. Augen sofort nach dem Schnorcheln spülen
Unmittelbar nach dem Schnorcheln: Linsen entfernen und Augen gründlich mit sauberem Leitungswasser oder steriler Kochsalzlösung spülen. Keinesfalls die Augen reiben – das drückt mögliche Keime tiefer ins Gewebe.
4. Bei Anzeichen einer Infektion sofort zum Arzt
Rötung, Brennen, Lichtempfindlichkeit oder verschwommene Sicht nach dem Schnorcheln? Das sind Warnsignale. Suche umgehend einen Augenarzt auf und weise ihn explizit darauf hin, dass du Kontaktlinsen im Meerwasser getragen hast.
Die besseren Alternativen für Brillenträger
Die gute Nachricht: Es gibt heute hervorragende Lösungen, mit denen Brillenträger ohne jegliches Augenrisiko scharf sehen können.
Option 1: Schnorchelmaske mit Korrekturglas (beste Lösung)
Die komfortabelste und sicherste Lösung ist eine Schnorchelmaske mit eingeschliffenen Korrekturgläsern. Viele Hersteller wie Cressi, Mares und Tusa bieten Masken an, bei denen die Gläser in gängigen Stärken von -1,5 bis -8,0 Dioptrien erhältlich sind. Die Gläser werden einfach ausgetauscht – kein Optiker nötig. Für Astigmatismus oder ungewöhnliche Stärken gibt es spezialisierte Anbieter, die individuelle Gläser einschleifen.
Option 2: Vollgesichtsmaske mit Sehstärke
Vollgesichtsmasken bedecken das gesamte Gesicht und ermöglichen die Atmung durch Mund und Nase gleichzeitig. Für manche Brillenträger eine bequeme Option, da der Bereich vor den Augen größer ist. Auch diese Masken sind mit Korrektureinsätzen erhältlich.
Option 3: Schwimmbrille mit Sehstärke
Für kurze Schnorchelausflüge in ruhigem Wasser: Eine Schwimmbrille mit eingeschliffener Sehstärke ist kompakt und günstig. Sie passt nicht mit einem Schnorchel zusammen, eignet sich aber gut für das Tummeln im flachen Wasser am Strand.
Pexels
Unsere Empfehlungen für Brillenträger
Häufige Fragen – Schnorcheln mit Kontaktlinsen
Kann man mit Kontaktlinsen schnorcheln?
Welche Maske eignet sich für Brillenträger?
Sind weiche oder harte Linsen sicherer im Wasser?
Was passiert, wenn Meerwasser unter die Kontaktlinse kommt?
Gibt es Schnorchelbrillen mit Sehstärke?
Fazit: Dioptrien-Maske schlägt Kontaktlinsen immer
Schnorcheln mit Kontaktlinsen ist möglich, aber mit echten Gesundheitsrisiken verbunden. Die Gefahr einer Augeninfektion durch Meerwasser-Mikroorganismen ist nicht zu unterschätzen – insbesondere Acanthamoeba-Keratitis ist eine ernsthafte Erkrankung.
Für Brillenträger ist die Investition in eine Schnorchelmaske mit Korrekturglas die beste Entscheidung: günstiger als erwartet (ab 30–50 Euro), kein Gesundheitsrisiko, perfekte Sicht und kein Stress beim Einsetzen von Linsen am Strand. Eine Maske wie die Cressi Big Eyes Evolution oder die Mares X-Vision mit Dioptriengläsern ist eine einmalige Anschaffung, die über viele Urlaube hält.
Wenn du wirklich keine Wahl hast: Tageslinsen, dicht sitzende Maske, sofort nach dem Schnorcheln entsorgen und Augen spülen.
* Affiliate-Hinweis: Diese Seite enthält Affiliate-Links zu Amazon. Wenn du über diese Links kaufst, erhalten wir eine kleine Provision – für dich entstehen keinerlei Mehrkosten. Alle Empfehlungen basieren auf eigener Erfahrung und Recherche.