Wasser aus dem Schnorchel ausblasen – So geht's richtig

Schnorchler an der Meeresoberfläche – Ausblastechnik beim Schnorcheln
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Wasser im Schnorchel ist für Anfänger oft der größte Schreck beim ersten Schnorchelversuch. Doch mit der richtigen Technik ist das Ausblasen von Wasser kinderleicht – und nach ein paar Übungen machst du es automatisch, ohne nachzudenken. Hier erkläre wir dir beide Methoden Schritt für Schritt.

Warum dringt Wasser in den Schnorchel?

Wasser findet seinen Weg in den Schnorchel in mehreren typischen Situationen:

  • Wellengang: Eine Welle überrauscht den Schnorchel und drückt Wasser hinein – passiert selbst erfahrenen Schnorchlern.
  • Abtauchen: Wenn du kurz unter die Wasseroberfläche tauchst, füllt sich der Schnorchel vollständig mit Wasser.
  • Falscher Winkel: Wenn der Schnorchel seitlich kippt statt senkrecht zu stehen, reicht schon ein kleiner Wellenschwung.
  • Kopf zu weit nach unten: Wenn der Schnorchel komplett unter Wasser gerät.
  • Undichte Verbindung: Wenn der Schnorchel nicht fest genug mit der Maske verbunden ist.
Wichtig: Ruhe bewahren Wasser im Schnorchel klingt schlimmer als es ist. Wer die Ausblastechnik kennt, ist jederzeit sicher. Panik ist die eigentliche Gefahr – nicht das Wasser im Rohr.

Methode 1: Explosives Ausatmen (Standard-Technik)

Diese Technik funktioniert mit jedem Schnorchel – mit und ohne Ventil:

  1. Nicht sofort einatmen! Wenn du Wasser im Schnorchel spürst oder hörst, erstmal nichts tun – nur den Drang unterdrücken, reflexartig einzuatmen.
  2. Kurz, kräftig und explosiv ausatmen – wie beim Ausblasen einer Geburtstagskerze. Der Druckstoß schleudert das Wasser aus dem Rohr.
  3. Dann einatmen – aber vorsichtig und kontrolliert. Falls noch etwas Wasser vorhanden ist, wirst du es hören und kannst sofort wieder ausblasen.
  4. Weiterschnorcheln – der ganze Vorgang dauert weniger als eine Sekunde.

Je kräftiger und schneller der Ausatemstoß, desto besser funktioniert es. Mit etwas Übung wird es zum Reflex – genauso wie das Husten, wenn etwas in die falsche Kehle gerät.

Schnorchler im Flachwasser übt die Ausblastechnik Pexels
Die Ausblastechnik im Flachwasser zu üben ist der schnellste Weg, sie zu automatisieren.

Methode 2: Displacement-Technik (beim Auftauchen)

Diese Methode ist eleganter und wird von erfahrenen Schnorchlern und Freitauchern bevorzugt. Sie funktioniert besonders gut nach kurzen Abtauchmanövern:

  1. Kurz vor dem Erreichen der Oberfläche: Beginne langsam auszuatmen.
  2. Wenn dein Kopf die Oberfläche erreicht: Der ausgehende Atemstrom drückt das Wasser gleichzeitig aus dem Schnorchel.
  3. An der Oberfläche: Der Schnorchel ist bereits weitgehend frei – du kannst sofort einatmen.

Der Trick: Du nutzt den aufsteigenden Atemstrom, um das Wasser zu verdrängen – daher der Name "Displacement" (Verdrängung). Diese Technik erfordert etwas Übung und Timing, ist dafür besonders elegant und schont die Atemmuskulatur.

Welche Methode für welchen Fall? Standard-Ausblastechnik: ideal wenn unerwartet Wasser eindringt (Welle, schiefer Winkel). Displacement-Technik: ideal nach geplanten Abtauchmanövern. Anfänger lernen zuerst die Standard-Technik – sie ist einfacher und universell.

Schnorcheltypen und wie viel Wasser sie einlassen

Klassischer Schnorchel (ohne Ventil)

Kein Ventil, kein Spritzschutz. Du musst das gesamte Wasser per Ausblastechnik entfernen. Mehr Aufwand, aber gute Übung. Gute Wahl für erfahrene Schnorchler, die ihre Technik trainieren wollen.

Ventilschnorchel (mit Ausblasventil unten)

Ein kleines Ventil am unteren Ende des Rohres öffnet sich beim Ausatmen und lässt Wasser heraus. Du musst weniger Kraft aufwenden – das Ventil hilft mit. Ideal für Einsteiger und für Schnorchler mit wenig Übung in der Ausblastechnik.

Trockenschnorchel (Dry-Top)

Ein Mechanismus am oberen Ende des Schnorchels schließt sich automatisch, sobald der Schnorchel unter Wasser gerät. So dringt auch bei Wellengang und beim Abtauchen kaum Wasser ein. Das macht das Ausblasen deutlich seltener nötig. Kleiner Nachteil: leichter Atemwiderstand durch das Ventil. Für Anfänger absolut empfehlenswert.

Unsere Empfehlung – Trockenschnorchel für Anfänger
  • Automatisches Trockenventil oben – schließt sich bei Wellengang und beim Abtauchen
  • Ausblasventil unten – weniger Kraft beim Ausblasen nötig
  • Weiches Silikon-Mundstück für angenehmes Tragen
  • Einfacher Clip zur Maskenhalterung – passt an jede Maske
  • Leichtes Modell – geringes Gewicht, kein störender Zug am Mund
Vorteile
  • Deutlich weniger Wasser als bei klassischen Schnorcheln
  • Ideal zum Schnorcheln lernen
  • Einfach zu reinigen
Nachteile
  • Leichter Atemwiderstand durch das Trockenventil
  • Nicht ideal für tiefes Freitauchen

Übungen für die Ausblastechnik

Die Ausblastechnik lernt man am besten durch gezieltes Üben – nicht durch Zuschauen. Diese Übungen helfen:

Übung 1: An Land (trocken)

Halte den Schnorchel vor den Mund (ohne Maske). Atme durch das Rohr ein und aus. Dann übe den explosiven Ausatemstoß – kurz, kräftig, wie beim Husten. So lernst du, wie viel Kraft der Stoß braucht, ohne Stress im Wasser.

Übung 2: Im Flachwasser (stehend)

Stehe hüfttief im Wasser. Tauche den Schnorchel kurz bewusst unter Wasser, um ihn zu füllen. Dann: explosiv ausblasen. Wiederhole das 10–15 Mal hintereinander. Nach einigen Wiederholungen läuft es automatisch.

Übung 3: Beim Abtauchen

Im Flachwasser kurz abtauchen und beim Auftauchen die Displacement-Technik üben: Schon beim Aufsteigen langsam ausatmen, sodass der Atemstrom das Wasser verdrängt. Erst an der Oberfläche vollständig einatmen.

Ziel: Automatisieren Die Ausblastechnik funktioniert erst dann wirklich gut, wenn sie automatisch und ohne nachzudenken klappt. Übe sie so lange, bis du sie ohne bewusstes Nachdenken ausführst – genauso wie das Bremsen beim Radfahren.

Prävention: So bleibt der Schnorchel möglichst trocken

  • Schnorchel senkrecht halten: Das Rohr sollte möglichst senkrecht aus dem Wasser ragen – nicht seitlich kippen lassen.
  • Kopf gerade halten: Drehe den Kopf beim Schwimmen nicht zu stark zur Seite, sonst kippt der Schnorchel ins Wasser.
  • Bei Wellengang: Dry-Top-Schnorchel nutzen: Bei leichtem Seegang macht ein Trockenschnorchel einen erheblichen Unterschied.
  • Beim Abtauchen: Displacement-Technik: Statt den Schnorchel unkontrolliert zu füllen und dann kraftvoll auszublasen, lieber die elegante Displacement-Technik üben.
  • Schnorchel fest mit Maske verbinden: Ein locker sitzender Schnorchel kippt leichter und lässt mehr Wasser ein.

Häufige Fragen – Wasser aus dem Schnorchel ausblasen

Wie bläst man Wasser aus dem Schnorchel?
Kurz, kräftig und explosiv ausatmen – ähnlich wie beim Ausblasen einer Kerze. Der Druckstoß schleudert das Wasser aus dem Rohr. Danach vorsichtig einatmen. Mit einem Ausblasventil am unteren Ende des Schnorchels geht das noch leichter. Übe die Technik gezielt im Flachwasser.
Warum kommt immer wieder Wasser in den Schnorchel?
Häufige Ursachen: Wellengang, seitliches Kippen des Kopfes, zu tiefes Absinken des Schnorchels beim Abtauchen. Lösung: Trockenschnorchel verwenden, Kopf und Schnorchel gerade halten, beim Abtauchen die Displacement-Technik nutzen.
Was ist ein Trockenschnorchel?
Ein Trockenschnorchel hat ein Ventil oben, das sich bei Kontakt mit Wasser automatisch schließt. So dringt selbst bei Wellengang oder beim Abtauchen kaum Wasser ein. Ideal für Anfänger – das Ausblasen ist deutlich seltener nötig.
Was tun, wenn man Salzwasser geschluckt hat?
Keine Panik. Kopf aus dem Wasser, husten und normal atmen. Kurze Pause einlegen und etwas Süßwasser trinken. Kleine Mengen Salzwasser sind harmlos. Wenn du dich unwohl oder schwindelig fühlst, mache eine längere Pause am Ufer.
Muss ich die Displacement-Technik lernen?
Nein, es ist keine Pflicht. Die einfache Ausblastechnik (explosives Ausatmen) reicht für die meisten Schnorchelausflüge vollständig aus. Die Displacement-Technik ist eleganter und effizienter beim regelmäßigen Abtauchen – lohnt sich also, wenn du oft freitauchen möchtest.

Fazit: Üben macht den Meister

Wasser im Schnorchel ist kein Problem – solange du die Ausblastechnik kennst. Mit einer kurzen Übungseinheit im Flachwasser ist diese Technik schnell automatisiert, und du wirst sie nie wieder vergessen.

Für Anfänger empfehlen wir einen Trockenschnorchel, der deutlich weniger Wasser eindringen lässt. Das reduziert den Stress beim Erlernen des Schnorchelns erheblich.

Weitere nützliche Artikel: Richtig atmen mit dem Schnorchel und Angst und Panik beim Schnorcheln überwinden.

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